Bundespokal Beach U17

Jonglieren für den großen Auftritt

SHVV | Bundespokal
Beachvolleyball-Landestrainer Fabian Tobias bereitet seine Kader-Athleten in Schilksee auf den U17-Bundespokal in Damp vor
 
Kiel. Was ist das denn? Strandspaziergänger rieben sich am Montagmorgen verwundert die Augen. Zehn Jungen und Mädchen hockten da im Sand und jonglierten mit Tennisbällen, dass es ein gelbes Gewusel in der Luft war. Fünf Tage lang hatte Landestrainer Fabian Tobias (24) seine Kaderathleten zum Trainingslager am Leistungszentrum in Kiel-Schilksee gebeten. Kaderathleten? Ach ja, die Rede ist natürlich nicht von Tennis-Cracks oder Zirkus-Schülern. Die drei Jungen- und zwei Mädchenteams des Schleswig-Holsteinischen Volleyball-Verbandes (SHVV) schwitzten am Rande der Kieler Förde für den U17-Beachvolleyball-Bundespokal in Damp von Freitag (Spielbeginn 10 Uhr) bis Sonntag (Finalspiele ab 14 Uhr).
 
Viel Zeit zum Durchatmen blieb in der fünftägigen Technik-, Taktik- und Motivations-Mühle von Sonnabend bis Mittwoch nicht. Das Feilen an Annahme, Abwehr, Zuspiel stand auf dem Programm - natürlich. Immer wieder Sideout, Sideout, Sideout - auch das ist klar. Aber Fabian Tobias - seit August 2014 SHVV-Landestrainer - setzt immer wieder auch  neue Impulse, nahm das Thema "Laufschule" auf die Tagesordnung, weil "Jugendliche allgemein eine immer schlechtere Lauftechnik" an den Tag legen. Er erarbeitete mit seinen Athleten mentale Schwerpunkte, ließ die 15- und 16-Jährigen genau analysieren, welchen Fokus sie für welche Dinge auf dem Spielfeld haben, was wichtig, was weniger wichtig ist, ließ sie in der Gruppe aus sich herauskommen. Und dann war da natürlich noch die Sache mit der Koordination. Schon im Winter hat Tobias mit dem Jonglieren begonnen, und am Montag in Schilksee sah das schon sehr flüssig aus. "Dabei geht es um die Vernetzung der Hirnhälften, darum, Nervenbahnen zu erhalten und neue zu bilden", so der Landestrainer.
 
Wieder ein neuer Jahrgang also, der sich in das aufregende Abenteuer Bundespokal stürzt - diese U17-Titelkämpfe, die zum achten Mal in Damp ausgetragen werden und seit Jahren auch als "Timmendorf der Unter-17-Jährigen" gelten, angelehnt an die deutschen Meisterschaften der deutschen Elite in der Ahmann/Hager-Arena am Ende des Sommers in Timmendorfer Strand. Wer beim Bundespokal ins Rennen geht, begibt sich auf den Laufsteg für die besten Landeskader-Athleten Deutschlands, die sich den Bundestrainern für einen Auftritt im deutschen Nationaldress empfehlen wollen, für Jugend-Europa- oder sogar -Weltmeisterschaften. Die Zeit der schleswig-holsteinischen Medaillenhamster (2007 bis 2013) ist allerdings vorbei, andere Bundesländer haben längst aufgeholt, im nördlichsten Bundesland fehlt es an der nötigen Breite. In der Spitze traut Fabian Tobias seinen Athleten jedoch eine Menge zu. Beispielsweise Team eins bei den Mädchen, Lea Kruse (16) und Caprice Mohr (16, beide Kieler TV). "Lea ist sehr spielintelligent, Caprice sehr athletisch. Sie spielen eine gute Saison", sagt der Coach. Das Duo wurde gemeinsam U17- und U18-Landesmeister, Lea Kruse wurde darüber hinaus mit Sina Westphal U20-DM-Siebte. In der kommenden Saison wird das Duo beim Kieler TV in der Dritten Liga am Netz stehen. "Ich traue ihnen eine Top-Ten-Platzierung zu", sagt Fabian Tobias.
 

"Fabis Mädels" bereit für den Angriff beim Bundespokal in Damp
 
Das gilt auch für die U17-Landesmeister Armin Baumann (16, VC Neumünster) und Mattis Lehmann (15, VSG Flensburg-Adelby). "Beide können auf unglaublich hohem Niveau spielen", so Fabian Tobias, der Mattis eine "hohe Spielfähigkeit" und Armin einen "schnellen Armzug und harten Schlag" attestiert. Den holt der 16-Jährige in Schilksee schon so manches Mal raus, ehe die Teams im Abwehrtraining ein ums andere Mal in den Sand hechten, sich den Sand wieder abklopfen, wieder hechten. Schwitzen, kämpfen, durchhalten für den großen Erfolg. Neben den Top-Teams gehen drei weitere Gespanne an den Start. Bei den Mädchen die 15-jährigen Janne Hammerich und Dorina Reinicke vom Kieler TV. Erst seit zwei Jahren spielt Janne überhaupt Volleyball. "Sie ist ein Bewegungstalent, hat einen enormen Ehrgeiz", sagt Tobias. Die weiteren Teams bei den Jungen sind Ole Lorenzen (15, Kieler TV) und Kjell Molzen (15, VSG Flensburg-Adelby) sowie Paul Müller (16, VSG Flensburg-Adelby) und Janne Schlicht (15, Lübecker TS). Bei Ole und Kjell sieht der Landestrainer "die Chance auf eine Bundeskader-Sichtung". Janne Schlicht indes spielt erst seit einem Jahr Volleyball, soll an der Seite des erfahreneren Paul Müller lernen.
 

Auf Händen tragen! - Wenn Sie gewinnen wiederholen die Jungs diese Aktion bestimmt!
 
Bei gutem Wetter werden sich wieder rund 600 Zuschauer auf dem Center Court in Damp tummeln und für echte Gänsehaut-Atmosphäre sorgen. Fabian Tobias schwärmt im Vorwege von einem "sehr umgänglichen Jahrgang", backt, was die sportlichen Ambitionen betrifft, kleinere Brötchen. "Andere Bundesländer haben eine Breite auf höherem Niveau. Es ist schwer, da mitzuhalten. Hätten wir mehr Breite, könnten sich die Teams an der Spitze schneller entwickeln. Da ist die Lage bei den Jungen noch dramatischer als bei den Mädchen."

Die Bälle fliegen, der Sand spritzt. Lea Kruse und Caprice Mohr sind, das sagen beide unisone, "auf dem Feld und abseits des Feldes beste Freundinnen". Für Damp haben sich die beiden Gymnasiastinnen aus Kronshagen (Lea) und von der Max-Planck-Schule (Caprice) vorgenommen, "zu sehen, was geht". "Wir haben uns keine bestimmte Platzierung vorgenommen", sagt Caprice, die laut Lea "in Block und Angriff echt super spielt", während Lea von Caprice für ihre "Abwehr und ihren guten Aufschlag" gelobt wird.
 
Ähnlich bescheiden gehen Armin Baumann und Mattis Lehmann an die Sache heran. Seit drei Jahren steht das Duo zusammen im Sand. "Das harmoniert einfach", sagt Mattis. "Wir kennen alle Kleinigkeiten, wissen genau, wer was wann macht, können uns vertrauen." Die beiden Reggae-Fans wollen unbedingt in die Top Ten, spüren aber keinen Druck.  "Schilksee hat noch einmal den Teamgeist gestärkt", sagt Armin. "Wir haben viel über Ziele und Stärken geredet." Die beiden verstehen sich blind, Armin schätzt an Mattis "die emotionalen Momente", während Mattis, der sich selbst eher als "den Aufgedrehten" bezeichnet, Armins "Schlagkraft und Entspanntheit" positiv betrachtet. Das Duo ist geerdet, auch darin liegt eine Stärke. "Wir wollen später auf der Unser-Norden-Tour mitspielen, vielleicht auf der deutschen Tour reinkommen. Aber wir sind realistisch und wissen, dass es für ganz oben nicht reichen wird", sagt Mattis, der Weltmeister Bruno Schmidt zum Vorbild hat. "Ich habe oft mit meiner Größe gehadert. Bruno ist 1,85 Meter groß und ist vielleicht der beste Abwehrspieler der Welt, ich 1,83 Meter. Das zeigt mir, dass ich es über die Athletik schaffen kann." Erst einmal geht es in Schilksee jedoch um Koordination. Jonglieren für den großen Auftritt, um genau zu sein.
 
Ein Bericht von Tamo Schwarz
 

Weitere Beach-Termine:

21. - 24.07.2016      Deutsche Beach-Volleyball Meisterschaft U19 in Kiel-Schilksee

 

Aktuelle Bilder vom Bundespokal gibt es auf der facebook-Seite des SHVV.

 

 
 
 
       
 
 
veröffentlicht am Mittwoch, 13. Juli 2016 um 17:32; erstellt von Strege, Sarah
letzte Änderung: 19.07.16 12:47

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