Alles dreht sich!

SHVV | Bundespokal
Beachvolleyball-Landestrainer Fabian Tobias bereitet seine Kader-Athleten in Kiel-Schilksee auf den U17-Bundespokal in Damp vor und geht dabei auch neue Wege

Diese beiden männlichen Teams vertreten den SHVV beim Bundespokal 2017: Lorenz/Michaelsen und Lorenzen/Molzen


Kiel. Alles dreht sich, immer weiter. Zum Beispiel die Bälle auf den Fingern, und das alles am Strand von Kiel-Schilksee. Harlem Globetrotters im Einsatz? Keineswegs! Die Cracks mit den rotierenden Beachvolleybällen auf der Fingerkuppe posieren bloß für den Fotografen. Willkommene Abwechslung am dritten Tag des fünftägigen Trainingslagers am Leistungszentrum an der Kieler Förde. Fünf Tage lang bereitete Beachvolleyball-Landestrainer Fabian Tobias (25) hier seine Landeskader-Athleten auf ihren absoluten Saisonhöhepunkt vor, den U17-Bundespokal in Damp von Freitag (Spielbeginn 9.30 Uhr) bis Sonntag (Finalspiele ab 14 Uhr).

Technik, Taktik, Mentaltraining, dazwischen ein B-Turnier in Kiel, dann wieder Annahme, Block, Feldabwehr, Zuspiel. Kein Wunder, dass die insgesamt vier Teams zwischendurch eine Abkühlung vom heißen Sand brauchen. „Dürfen wir kurz baden gehen?“ Der Landestrainer gibt sich einsichtig („Na gut, wir sehen uns beim Essen“), und dann springen die acht Auswahl-Sportler im hohen Bogen in die Ostsee. In den Osterferien in einem Trainingslager im italienischen Riccione konnte das „Team“ schon zusammenwachsen. Trotzdem sagt Fabian Tobias über seinen ersten Jahrgang, den er seit der ersten Sichtung nach Amtsantritt als Landestrainer Mitte 2014 bis heute begleitete: „Bei den Jungs sind wir in der Breite sehr gut aufgestellt, bei den Mädchen im Jahrgang 2002 auch. Alle Spieler sind sehr reflektiert, aber auch deutlich ruhiger als die Jahrgänge zuvor. Da würde ich mir auf dem Feld manchmal mehr wünschen.“




Taktikschulung im Sand: Fabian Tobias erarbeitet mit den Spielern die optimale Taktik


Wer den Coach kennt, der in Schilksee von Moritz Behr als Co-Trainer unterstützt wird, weiß, dass er eine solche Erkenntnis nicht einfach im Raum stehen lässt. Also stand gleich am ersten Tag erst einmal das Thema „positive Emotionen“ auf der Tagesordnung, mussten die Spieler Plakate schreiben, das Spiel in verschiedene Kreise vom „Ich“ über das Team, die Gegner, Trainer, Schiedsrichter bis hin zu DJ, Publikum und persönlichen Problemen (Tobias: „Die haben auf dem Feld nichts zu suchen“) einordnen. „Es ist gut, dass darauf mehr eingegangen wurde, das Mentale ist bei uns nicht immer optimal“, sagt Dorina Reinicke. Zusammen mit ihrer ebenfalls 16 Jahre alten Kieler-TV-Kollegin Janne Hammerich bildet sie Team eins bei den Mädchen des Schleswig-Holsteinischen Volleyball-Verbandes (SHVV). Fabian Tobias traut den beiden Kieler Gymnasiastinnen, die am Ende ihrer ersten gemeinsamen Saison in Damp „einfach nur mit unserer Leistung zufrieden sein“ wollen (Janne), den Sprung unter die Top 16 zu, obwohl Janne erst seit drei Jahren Volleyball spielt. „Janne hat seit Ende April 46 Trainingseinheiten absolviert. Und beide haben einen starken Aufschlag.“ Als Team zwei hinter den U17-Landesmeisterinnen gehen Mette Pelny (14) und Sölvi Schwenck (15, beide KTV) an den Start. Tobias: „Sie sind sehr spielintelligent, sollen Erfahrung sammeln und haben eine sehr gute Perspektive für 2018.“



Sie bilden die zwei weiblichen SHVV-Teams beim Bundespokal 2017: Hammerich/Reinicke und Pelny/Schwenck
 


Das Top-Team bei den SHVV-Jungen bilden die 16-jährigen Ole Lorenzen (Kieler TV) und Kjell Molzen (VSG Flensburg-Adelby). Das Besondere an dem Duo? Gymnasiast Ole, der bereits im Perspektivkader des Deutschen Volleyball-Verbandes steht, lacht: „Unsere roten Haare!“ Keine Sorge, die beiden – beide trainieren viermal pro Woche – können noch mehr. Und das, obwohl sie sich bei allen Landesmeisterschaften (U17, U18, U19) mit Platz drei begnügen mussten. „Wir haben an einigen Wochenenden nicht gezeigt, was wir können“, gibt Ole zu. Und Kjell, dessen Vorbild der französische Nationalspieler Earvin N’Gapeth ist, ergänzt: „Wir ergänzen uns gut. Jetzt wollen wir Schleswig-Holstein gut vertreten und mit unserer Leistung am Ende zufrieden sein.“

Auch den beiden traut Fabian Tobias ein Sprung in den vorderen Turnierbaum (Top 16) und sogar unter die Top neun zu. „Sie müssen locker auf dem Feld sein und in einen Flow kommen. Beide spielen sehr intelligent und bringen eine enorme Athletik mit. Neu formiert wurde das zweite Team, Momme Lorenz (13, Kieler TV) und Hendrik Michaelsen (15, VSG Flensburg-Adelby). „Das Team hat viel Perspektive“, sagt der Landestrainer. „Mit ihrem Auftritt beim B-Turnier war ich sehr zufrieden.“

Zum neunten Mal in Folge wird Damp beim U17-Bundespokal zum Laufsteg für die hoffnungsvollsten deutschen Talente aus allen Landesverbänden, die sich den Nachwuchs-Bundestrainern präsentieren wollen. In Anspielung an die Titelkämpfe der Profis gilt Damp längst als das „Timmendorf der Unter-17-Jährigen“, aus dem EM- und WM-Teilnehmer heranwachsen. Schleswig-Holsteinische Bundespokal-Medaillen, einst fest gebucht, sind mittlerweile allerdings eine Weile her. Von 2007 bis 2013 strahlten die Gesichter der Nordlichter in Gold, Silber und Bronze. Doch mittlerweile haben andere Landesverbände aufgrund einer höheren Zahl an Trainerstellen und einer größeren Breite in den Jahrgängen die Nase vorn. Klein beigeben kommt für Fabian Tobias allerdings nicht infrage. „Nein, mit diesen Landesverbänden möchten wir uns messen, auch wenn bei denen schon in den Vereinen das Niveau höher ist.“ So reisten am Dienstag die Jungen des Hamburger Landesverbandes mit der Landestrainerin und ehemaligen deutschen Vizemeisterin Helke Claasen als Trainingsgäste in Schilksee an. Am Mittwoch wurde mit den Mädchen und Jungen aus Bayern für die Auftritte auf dem 600 Zuschauer fassenden Center Court in Damp trainiert.

Alles dreht sich also, Fabian Tobias geht neue Wege, ist aber auch dazu gezwungen. Mit Jahresbeginn wurde nicht nur die U19-Bundestrainerstelle von Silke Lüdike, sondern auch die U23-Trainerstelle am Olympia-Stützpunkt von Daniel Krug im Rahmen einer Umstrukturierung des DVV gestrichen, der im Norden den Fokus ganz auf Hamburg legt. „Unsere Top-Athleten waren vorher auch in den Trainingsgruppen von Daniel Krug, das fehlt jetzt. Darauf mussten wir auch reagieren“, sagt Fabian Tobias. Statt vorher fünf bis sechs Athleten pro Jahrgang bis hoch zur Altersklasse U17 konzentriert sich Tobias fortan auf bis zu drei Athleten pro Jahrgang, allerdings bis zur Altersklasse U19. „So werden die Trainingsgruppen stärker, und nur so können wir mit den anderen mithalten.“ Alles dreht sich, und für Damp traut Fabian Tobias seinen Athleten nach fünf schweißtreibenden Tagen in Schilksee eine Menge zu.
 


Es kann losgehen. Die SHVV-Athleten sind bereit

 
       
veröffentlicht am Mittwoch, 19. Juli 2017 um 16:17; erstellt von Strege, Sarah
letzte Änderung: 01.08.17 10:56

Spiele

Samstag, 28. Oktober 2017

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